Geld von Kreditkarte auf Konto

Die Kreditkarte als Sparschwein

Geld von einer Kreditkarte auf ein Konto überweisen? Ja, das geht, ebenso wie der umgekehrte Zahlungsvorgang. Beim Stichwort Kreditkarte denken die meisten Menschen wohl eher an Geldausgeben als an Sparen. Und doch ist die Kombination kostenloses Girokonto mit kostenloser Kreditkarte, wie sie von vielen Banken angeboten wird, eine sehr praktische und oft auch lukrative Möglichkeit, Geld für Konsumausgaben anzusparen und dafür deutlich mehr Zinsen zu kassieren als beispielsweise auf einem Sparbuch.

Kreditkartenguthaben wie Tagesgeld nutzen

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Bei diesen Angeboten wird die Kreditkarte im Haben geführt. Streng genommen wird dem Kunden also gar keine Kreditlinie eingeräumt, denn er muss die Karte vorher per Überweisung von seinem Girokonto aufladen. Das muss aber kein Nachteil sein. Denn erstens kommen so auch Menschen zu einer Kreditkarte, die nicht über ein regelmäßiges Einkommen verfügen, zum Beispiel Schüler, Studenten und Selbstständige. Und zweitens hilft die Guthaben-Karte auch dabei, sich selbst und sein Konsumverhalten zu disziplinieren. Mehr als das Guthaben und eventuell einen kleinen zusätzlichen Verfügungsrahmen kann man nicht ausgeben. Es besteht also keine Gefahr, über seine Verhältnisse zu leben und unaufhaltsam in die Schuldenfalle zu laufen, wenn der Kartensaldo zum Monatsende nicht ausgeglichen werden kann. Drittens, und das ist für viele Kunden ein entscheidendes Argument, ist der Schaden bei Missbrauch oder Verlust der Karte begrenzt. Sie eignet sich damit auch für den Auslandseinsatz in Ländern, die für eine hohe Kriminalitätsrate bekannt sind.

Das Kreditkartenkonto funktioniert auf der Guthaben-Seite praktisch wie ein Tagesgeldkonto. Der positive Saldo wird verzinst, nicht üppig zwar, aber immer noch besser als ein Sparbuch. Die Zinssätze sind vergleichbar mit denen für Tagesgeld, denn auch das Guthaben auf der Kreditkarte ist ohne Kündigungsfristen täglich verfügbar. Natürlich kann der Kunde auch Geld von der Kreditkarte auf sein Konto zurück überweisen. Das geht im Online-Banking mit wenigen Mausklicks, denn die Überweisung ist nur auf das eigene Girokonto möglich. Fremde Konten können nicht per Überweisung bedient werden. Diese Beschränkung grenzt die Kreditkarte nicht nur vom normalen Gehaltskonto ab, sie dient auch der Sicherheit. Selbst wenn jemand Zugang zum Online-Banking erhält, kann er das Kartenguthaben nur zwischen den Konten desselben Kunden verschieben.

Beispiel Auslandsurlaub

Besonders praktisch ist die bei vielen Kreditkarten eingeräumte Möglichkeit, Geld kostenlos im Ausland abheben zu können, außerhalb des Euro-Raums dann natürlich in der jeweiligen Landeswährung. Selbst wenn die Automatenbetreiber geringe Nutzungsgebühren verlangen, ist die Versorgung mit Bargeld im Ausland trotzdem attraktiv. Der Umrechnungskurs ist regelmäßiger günstiger als im Heimatland, und man läuft nicht Gefahr, am Urlaubsort auf dubiose Geldwechsler hereinzufallen. Auf die Option, Beträge in Euro umzurechnen, sollten Sie am Automaten aber verzichten. Der Kurs ist dann meist deutlich schlechter. Überlassen Sie die Umrechnung später dem Kreditkartenunternehmen.

Das Szenario für den Einsatz der Guthabenkarte im Urlaub sieht also wie folgt aus: Während des Jahres sparen Sie das Geld, das am Ende des Monats übrig bleibt, auf Ihrer Kreditkarte. Durch die regelmäßigen Überweisungen kommt ganz unmerklich eine hübsche Summe zusammen, die Sie dann im Urlaub ausgeben dürfen, ohne ins Minus zu rutschen. Entweder nutzen Sie die Kreditkarte zur bargeldlosen Zahlung zum Beispiel von Flug, Hotel, Mietwagen und Restaurant, oder Sie beschaffen sich Bargeld an einem Geldautomaten vor Ort. War der Urlaub günstiger als geplant, können Sie eventuell Geld von der Kreditkarte auf das Konto zurückschicken und später für Zahlungen oder Abhebungen mit der gewöhnlichen Girocard verwenden.

Konditionen und Sicherheit vergleichen

Achten Sie bei der Auswahl der besten Kombination von Konto und Karte auf die vielfältigen Konditionen. Cashback und Bonus sind nette Zusatznutzen, können aber durch Gebühren schnell aufgezehrt werden. Wichtiger sind die normalen monatlichen Kosten für Karte und Konto. Viele Banken bieten das Karten-Duo immer noch kostenlos an. Sind Sie häufig im Ausland unterwegs, ist auch die gebührenfreie Automatennutzung ein wichtiges Kriterium. Die Guthaben-Zinsen ändern sich relativ häufig. Hier ist ein Blick in die Vergangenheit wichtig, um festzustellen, ob die Konditionen dauerhaft gut sind.

Durch die gesetzliche Einlagensicherung in Europa dürfte Ihr Guthaben auf der Karte grundsätzlich bei allen Banken gut abgesichert sein. Im Euro-Raum gibt es kein Währungsrisiko, und Wertschwankungen existieren bei Tagesgeldern ohnehin nicht. Die Sicherheit des Online-Bankings kann dagegen bei den einzelnen Anbietern sehr unterschiedlich sein. Welche Verfahren bietet die Bank, um Geld von der Kreditkarte auf das Konto und wieder zurück zu überweisen? TAN-Listen auf Papier werden spätestens 2018 verschwinden, weil sie nicht sicher genug sind. TAN per SMS oder TAN-Generator sind mögliche Alternativen, die viele Banken heute schon bieten. Neben der Sicherheit spielt auch die Bequemlichkeit eine Rolle. Die meisten Kombinationen aus Konto und Kreditkarte bei einer Bank bieten praktische Optionen, mit denen zum Monatsende ein fester Betrag gespart wird. Noch ausgefeilter ist die Möglichkeit, auf dem Girokonto einen definierten Mindestsaldo zu belassen und das überschüssige Guthaben auf die Kreditkarte zu übertragen.

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