Kreditkarte Ausland Kostenlos

Automatennutzung ist oft teuer

Viele Banken versprechen, mit der Kreditkarte im Ausland kostenlos Geldautomaten nutzen zu können. Ein Blick in das Kleingedruckte zeigt aber: Nicht alle Gebühren entfallen. Und auch Reisen außerhalb der Euro-Zone können teure Überraschungen mit sich bringen.

Im Inland besser die Bankkarte verwenden

Kreditkarten vergleichen

Zunächst sollten Sie prüfen, welche Geldautomaten nach den Kreditkarten-Bedingungen Ihrer Bank kostenfrei nutzbar sind. Oft sind es nur ausländische Automaten. Im Inland bleibt die Girocard oder die V PAY Karte, auch heute noch oft als EC-Karte bezeichnet, die günstige Alternative. Mit der Kreditkarte kostet nämlich die Bargeldverfügung eine Mindestgebühr, die bei fünf Euro oder mehr liegt. Außerdem wird eine prozentuale Gebühr berechnet, so dass bei großen Abhebungen leicht noch höhere Kosten entstehen.

Die Beschaffung von Bargeld per Kreditkarte im Inland sollte also schon wegen der hohen Kosten die Ausnahme bleiben. Es gibt aber noch einen anderen Aspekt: Ist das Girokonto chronisch im Minus und auch der Dispokredit bereits ausgeschöpft, sollten Sie nicht der Versuchung erliegen, mit Ihrer Kreditkarte an frisches Geld zu kommen. Spätestens durch die monatliche Kreditkartenabrechnung kommt das böse Erwachen. Können Sie den Saldo dann nicht aus laufendem Einkommen begleichen, haben Sie mit Dispo und Kreditkarten-Schulden gleich zwei Baustellen offen.

Automatengebühr fällt trotzdem an

Viele Anbieter erlauben aber, die Kreditkarte im Ausland kostenlos zur Nutzung von Geldautomaten einzusetzen. Das gilt insbesondere auch bei günstigen Karten für junge Leute, die auf diese Weise bei Work and Travel Projekten, Auslandssemestern und dergleichen eine einfache und sichere Zahlungsmöglichkeit haben. Prepaid-Karten werden von den Banken auch an Schüler und Studenten ohne regelmäßiges Einkommen ausgegeben. Da sie nur im Rahmen des Guthabens nutzbar sind und eigentlich gar kein Kredit gewährt wird, besteht auch kein Ausfallrisiko.

Hier heißt es aber aufgepasst. Zwar verzichten die Banken bzw. Kreditkarten-Unternehmen auf das Erheben eigener Gebühren für die Auszahlung. In vielen Ländern ist es aber üblich, dass die Betreiber der Geldautomaten eine Automatengebühr erheben. Das gilt besonders für US-amerikanische und kanadische Automatenaufsteller. Die Gebühren werden vor der Transaktion angezeigt und liegen üblicherweise bei etwa drei Dollar. Früher erstatteten die deutschen Banken ihren Kunden solche Gebühren, wenn diese Belege einreichten. Zu groß war das Risiko, wegen an sich kleiner Beträge in ein grundsätzliches Verfahren wegen der missverständlichen Werbeaussage von der kostenlosen Nutzung verwickelt zu werden. Heute gibt es angesichts des niedrigen Zinsniveaus und des hohen Kostendrucks auf die Banken nur noch ganz vereinzelt Anbieter, die die Automatengebühr übernehmen. Im Normalfall zahlt der Kunde sie also selbst.

Kostenfalle Währungsumrechnung

Allerdings ist die Bargeldversorgung mit der Kreditkarte außerhalb des Euro-Raums trotz der Automatengebühr eine sehr gute Option. Wer mit seiner Kreditkarte im Ausland kostenlos gleich am Flughafen Geld in der Landeswährung bekommt, spart eine Menge Lauferei und auch Gebühren. Der Umtausch bereits in der Heimat erfolgt stets zu einem schlechteren Wechselkurs und kostet zumindest bei einer fremden Bank auch zusätzliches Geld. Viele Banken halten aus Kostengründen gar keine Fremdwährungen mehr vor. Außerdem sollte man Bargeld nicht in großen Mengen auf der Reise mitführen. Es kann verloren gehen oder gestohlen werden, in manchen Ländern ist die Einfuhr von Bargeld sogar verboten. Reise-Schecks sind eine Alternative, aber man muss sie vor Ort erst einmal einlösen. Das Taxi vom Flughafen zum Hotel lässt sich damit also nicht bezahlen. Wechselstuben in Bahnhöfen, auf Flugplätzen oder in Touristencentern nutzen ihre Monopolstellung auf der Gebührenseite aus. Dubiose Geldwechsler können einem ahnungslosen Kunden Falschgeld oder nahezu wertlose Scheine einer anderen Währung unterjubeln, möglicherweise ist der Umtausch von Geld vorbei an offiziellen Stellen sogar strafbar.

Aus den genannten Gründen ist die Kreditkarte, die im Ausland kostenlos Bargeld aus dem Automaten zaubert, eine praktische und sichere Sache. Der zugrunde gelegte Kurs ist in aller Regel günstig, auch wenn die Banken einen Zuschlag für die Fremdwährung berechnen. Der beträgt meist zwischen 1 % und 2 %. Versuchen Sie nicht, diesen Zuschlag zu umgehen, indem Sie die vom Automaten angebotene Umrechnung in Euro wählen. Diese Option führt dazu, dass der Automatenbetreiber seinen eigenen Wechselkurs zugrunde legt. Gehen Sie davon aus, dass das keine Rechnung zu Ihrem Vorteil wird, selbst unter Berücksichtigung des Währungszuschlags nicht.

Weltweiter Einkauf per Kreditkarte

Auslandsumsätze produzieren Sie mit Ihrer Kreditkarte übrigens nicht nur auf Reisen. Das Internet ermöglicht weltweites Online-Shopping mit maximaler Preistransparenz. Im Binnenmarkt der Europäischen Union gibt es keine Zollschranken. Da aber nicht überall der Euro Landeswährung ist, lassen sich Kursdifferenzen geschickt nutzen. Der fallende Kurs des britischen Pfunds gegenüber dem Euro nach dem Brexit-Votum ist ein Beispiel. Viele Shops versenden aus Großbritannien und stellen ihre Rechnung in Pfund. Wer mit Kreditkarte bezahlt, profitiert von Kursgewinnen, zahlt aber den Auslandszuschlag.

Auch viele Dienstleistungen im Internet werden von ausländischen Unternehmen angeboten, zum Beispiel Cloudspeicher oder erweiterte Mitgliedschaften in sozialen Netzwerken. Die weltweiten Zahlungsmöglichkeiten per Kreditkarte sind trotz der Zuschläge erheblich günstiger und natürlich auch bedeutend schneller als etwa Auslandsüberweisungen.

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