Kreditkarte Kaufen

Gekaufte Kreditkarten sind oft unnötig teuer

Eine Kreditkarte zu kaufen statt sie bei einer Bank aufwändig zu beantragen, ist eine Alternative, die oft von Menschen gewählt wird, die wegen negativer Schufa-Einträge oder wegen eines unregelmäßigen Einkommens Probleme haben, einen Kredit zu bekommen. Die Kauf-Karten gibt es beispielsweise an Tankstellen und Kiosken, sie werden ausschließlich im Haben geführt und müssen deshalb zunächst aufgeladen werden. Einen Kredit im eigentlichen Sinn gibt es nicht, das Kreditkarten-Unternehmen geht also keinerlei Ausfallrisiko ein. Und doch lässt es sich den Service teuer bezahlen.

Überraschende Kosten und eingeschränkte Verwendbarkeit

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Rund zehn Euro kostet eine solche Prepaid-Karte ohne Guthaben. Sie muss dann noch aktiviert und aufgeladen werden. Die Karte ist weitestgehend anonym. Auf die Vorderseite ist nicht der Name des Inhabers geprägt, sondern außer der Kartennummer und der Gültigkeitsdauer nur das ausgebende Unternehmen anstelle des Namens. Damit ist die Karte zum Beispiel auch im Internet einsetzbar, wenn das Namensfeld im Zahlungsformular Pflicht ist. Allerdings ist das Aufladen aufgrund des Geldwäschegesetzes auf hundert Euro monatlich beschränkt.

Manche Karten sind als Wegwerf-Karten konzipiert, man kann sie nur ein einziges Mal bis zu diesem Maximalbetrag laden. Andere Karten erlauben zwar eine Nutzung bis zum aufgedruckten Ablaufdatum, aber die Fantasie der Karten-Unternehmen geht weit, was die anfallenden Kosten angeht. Mit einer Aufladegebühr, einer Jahresgebühr, Extrakosten für die Verwaltung des Geldes und sogar einer Inaktivitätsgebühr müssen Sie rechnen, wenn Sie eine Kreditkarte kaufen. Achten Sie auch auf das Ablaufdatum. Möglicherweise verfällt ungenutztes Guthaben, oder Sie bekommen bei registrierten Karten unaufgefordert eine neue zugeschickt, natürlich gegen entsprechende Gebühren.

Grundsätzlich sind die gekauften Kreditkarten wie jede andere Karte zur bargeldlosen Zahlung einsetzbar, immer vorausgesetzt, es ist genügend Guthaben vorhanden. Für einen Urlaub im Hotel oder die Sicherheitsleistung an der Mietwagenstation wird es in aller Regel nicht reichen. Einschränkungen gibt es bei Barverfügungen am Automaten. Geld abheben ist nicht mit allen Karten möglich, und wenn doch, können auch hierfür hohe Extrakosten anfallen. Oft gibt es Unterschiede hinsichtlich der Nutzungsgebühren zwischen Inland und Ausland.

Anonymität ist nur begrenzt gewährleistet

Wesentliche Argumente für gekaufte Kreditkarten sind die Sicherheit und Anonymität für Zahlungen im Internet. Sicherheit gibt es insoweit, als ein Missbrauch der Karte nur bis zum geladenen Guthaben möglich ist. Der maximale Schaden ist also begrenzt, Erstattungen seitens des Kreditkarten-Unternehmens bei Missbrauch dagegen möglicherweise schwieriger durchzusetzen als bei echten Kreditkarten.

Ob die Zahlungen wirklich anonym sind, hängt von der jeweiligen Karte und dem Einsatzzweck ab. Zunächst muss die Karte aktiviert werden. Manchmal erfolgt die Freischaltung durch eine SMS. Anonymität gibt es also nur, wenn Ihr Mobiltelefon auch mit einer anonymen SIM-Karte ausgestattet ist. Die gibt es natürlich im Internet, aber so viel Verschleierungsaufwand lässt schon fast an einen Fernsehkrimi denken. Registrieren Sie Ihre Karte auf einer Website des Anbieters, werden dabei auch einige Daten abgefragt. Prüft die Bank diese Daten nicht, verbinden Sie praktisch die Nachteile der Registrierung mit einer Karte, die juristisch betrachtet nach wie vor anonym ist und den Beschränkungen nach dem Geldwäschegesetz unterliegt.

Wenn Sie die Kreditkarte kaufen, um damit ausschließlich Downloads, Mitgliedschaften und ähnliche Dienstleistungen im Internet zu bezahlen, bleibt die Anonymität gegenüber dem Anbieter gewahrt. Spätestens bei einer Warenlieferung benötigt der Händler aber einen Namen und eine Versandadresse. Klar, das muss nicht Ihre eigene Anschrift sein, aber auch hier stößt die namenlose Kreditkarte an ihre Grenzen.

Andere Prepaid-Angebote prüfen

Umfassend nutzbar mit Bargeld-Auszahlungen und höheren Aufladungen werden die Kreditkarten von der Tankstelle ohnehin erst nach einer Identifizierung des Inhabers, zum Beispiel per Postident-Verfahren. Bevor Sie aber Kreditkarten kaufen, die den möglichen Vorteil der Anonymität ohnehin durch eine namentliche Registrierung mit Verifizierung Ihrer Personalien einbüßen, prüfen Sie die günstigeren Alternativen.

Viele Direkt- und Filialbanken bieten Kreditkarten kostenlos oder mit geringer Jahresgebühr in Verbindung mit dem Girokonto. Diese sind nicht nur deutlich preisgünstiger, sondern auch der Geldtransfer zwischen Konto und Karte per Überweisung ist wesentlich einfacher als das Aufladen per Code oder Bargeld-Einzahlung im Supermarkt. Wenn wegen des Einkommens oder der Historie bei der Schufa kein Kreditrahmen möglich ist, können auch Kreditkarten von der Bank im Guthaben geführt oder als Debit-Karte ausgelegt sein. Das bedeutet, die Umsätze werden direkt dem Girokonto belastet und sind deshalb prinzipiell nur im Rahmen des Dispokredits möglich. Denkbar ist, dass die Bank eine Überziehung des Kontos über den Dispo hinaus duldet. Allerdings werden dafür sehr hohe Zinsen fällig, und es besteht die Gefahr, die Schulden aus laufendem Einkommen nicht mehr zurückzahlen zu können.

Wer fürchtet, mit Plastikgeld in der Hand über seine Verhältnisse zu leben, sollte immer nur eine Prepaid-Kreditkarte kaufen. Die gibt es nicht nur bei der Bank, sondern auch bei vielen anderen Anbietern wie Online-Händlern, Fluggesellschaften oder dem ADAC. Mit einer eigenen Kreditkarte des jeweiligen Unternehmens gibt es dort oft noch besondere Vorteile wie Bonuspunkte, Prämien, Cashback oder den Verzicht auf eine ansonsten fällige Zahlungsmittel-Gebühr.

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