Kreditkarte Kosten

Gratis-Kreditkarten mit versteckten Kosten

Für eine Kreditkarte sind Kosten nicht nur in Höhe einer Jahresgebühr zu kalkulieren. Auch die Unternehmen, die ihre Karten gratis ausgeben, wollen Gewinne erzielen. Die wesentlichen Einnahmequellen sind Gebühren für Zahlungsvorgänge sowie Zinsen, wenn Salden nicht sofort nach der Abrechnung beglichen werden. Auch mit Zusatzleistungen, die mit sogenannten Gold- oder Platin-Karten verbunden sind, lässt sich viel Geld verdienen.

Für den Karteneinsatz zahlt meist der Empfänger

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Im bargeldlosen Zahlungsverkehr verursacht die Kreditkarte keine Kosten für denjenigen, der die Zahlung leistet. Das gilt zumindest solange, wie die Zahlung in Euro erfolgt. Für Beträge in Fremdwährung erheben viele Karten-Emittenten eine Auslandsgebühr. Sie wird in Prozent des belasteten Betrages berechnet. Üblich sind rund ein bis zwei Prozent. Wer jetzt denkt, das ginge ihn nichts an, weil er keine Fernreisen außerhalb des Euro-Raums unternimmt, sollte auch an das Online-Shopping denken. Eine Bestellung in Großbritannien, der Schweiz oder den USA verteuert sich ebenso. Dafür ist aber der berechnete Wechselkurs in der Regel günstig.

Allerdings kann es durchaus sein, dass Zahlungsempfänger die Kosten der Kartenzahlung auf den Kunden abwälzen. Im Restaurant wird das wohl nicht passieren, im Zweifel wird der Wirt nur Bankkarten akzeptieren. Wer aber schon mal bei einer Billigfluglinie gebucht hat, kennt vermutlich den Begriff Zahlungsmittelgebühr. Die Rechtsprechung hat dieser Praxis zwar Grenzen gesetzt, aber eine Gebühr für Kreditkartenzahlung ist durchaus erlaubt. Das betrifft dann aber alle Kreditkarten unabhängig von ihrer Gebührenstruktur, vielleicht einmal abgesehen von den eigenen Karten der Fluglinie, die sie über diese Schiene gern verkaufen.

Auszahlungsgebühren im In- und Ausland

Viele Visa- oder Mastercards versprechen kostenfreies Abheben von Bargeld an beliebigen Geldautomaten weltweit. Je nach Kartenvertrag wird auf die Gebühr überall oder nur im Ausland verzichtet. In manchen Ländern, zum Beispiel in den USA, ist es aber wahrscheinlich, dass dennoch beim Einsatz der Kreditkarte Kosten entstehen, denn es fällt eine lokale Automatengebühr an. In der Vergangenheit wurde sie auf Antrag von der eigenen Bank erstattet. Diese Praxis haben die Banken aber auf breiter Front eingestellt. Wenn schon das kostenlose Girokonto auf dem Prüfstand steht, werden solche Extras zuerst gespart.

Abgesehen von der lokalen Gebühr ist die Bargeldversorgung per Kreditkarte aber eine feine Sache. Außerhalb des Euro-Raums kommen die Scheine direkt in Landeswährung aus dem Automaten, ohne dass man sich vorher um Geldwechsel kümmern müsste oder Sorgen hätte, in einer windigen Wechselstube auf Falschgeld hereinzufallen. Durch einen meist günstigen Wechselkurs lassen sich auch Aufschläge für Fremdwährung verschmerzen. Sie sind meist günstiger als die Umrechnung in Euro direkt am Automaten, deshalb sollte man auf diese Funktion verzichten.

Wenn das Kartenunternehmen im Inland nicht ausdrücklich auf eine Auszahlungsgebühr verzichtet, verursacht die Kreditkarte Kosten am Geldautomaten von üblicherweise mindestens fünf Euro. Bei höheren Auszahlungsbeträgen wird in Prozent gerechnet. Bargeld per Kreditkarte ist also ein teures Vergnügen, sie sollte deshalb nur im Notfall anstelle von gewöhnlichen Bankkarten wie Girocard und V PAY, früher EC-Karte, genutzt werden. Generell ist Vorsicht geboten, wenn Sie den Verfügungsrahmen Ihrer Kreditkarte als zusätzlichen Dispokredit ansehen. Bis zum Abrechnungstermin werden zwar keine Zinsen erhoben, aber es besteht ein erhebliches Risiko der Überschuldung, wenn Sie den Überblick über die getätigten Ausgaben verlieren.

Zahlungsziel kostet Geld

Damit sind wir bei einer weiteren Einnahmequelle der Kreditkartenunternehmen angelangt, den Zinsen. Hier ist zwischen verschiedenen Varianten der Abrechnung zu unterscheiden. Am einfachsten in der Handhabung sind Prepaid-Karten. Sie werden nur auf Guthabenbasis geführt. Man muss sie also vorher per Überweisung von seinem Konto aufladen oder eine bereits aufgeladene Karte kaufen. Das ist gut für alle, die ansonsten Probleme haben, überhaupt eine Kreditkarte zu bekommen oder mit einem Verfügungsrahmen verantwortungsvoll umzugehen. Man kann nicht mehr ausgeben, als zuvor auf die Karte geladen wurde, und wenn die Karte oder die Kartendaten beim Online-Einlauf gestohlen werden, ist maximal das Guthaben weg. Um Kreditzinsen muss man sich bei Prepaid-Karten keine Sorgen machen. Andere Gebühren werden dafür regelmäßig höher sein, damit die Rechnung beim Emittenten aufgeht. Auch die Debit-Karte ist eigentlich keine echte Kreditkarte, denn jede Verfügung wird sofort an das Girokonto durchgereicht. Einen separaten Kreditrahmen gibt es also nicht oder nur in sehr geringem Umfang.

Die gängigste Form der Kreditkarte sind Charge-Karten. Am Ende eines monatlichen Abrechnungszeitraums wird der aufgelaufene Saldo vom Konto abgebucht. Bis dahin fallen auch keine Zinsen an. Mit geschicktem Einsatz einer Charge-Karte kann man also ansonsten fällige Dispozinsen vermeiden. Allerdings verursacht die Kreditkarte Kosten, wenn Sie zum Abrechnungsstichtag den Saldo nicht ausgleichen können. Sie treffen dann eine Vereinbarung wie bei einer Revolving Card. Sie funktioniert wie ein Ratenkredit. Der Saldo wird nicht in einer Summe abgebucht, sondern auf mehrere Raten verteilt. Die Gefahr liegt auf der Hand: Passt es im nächsten Monat wieder nicht, werden die Raten immer höher, es fallen immer mehr Zinsen an, der Weg in die Überschuldung ist vorgezeichnet.

Zusatzleistungen genau prüfen

Gegen eine höhere Jahresgebühr werden besonders edle Kreditkarten, zum Beispiel als Gold- oder Platin-Karte verkauft. Prüfen Sie genau, ob Sie die Leistungen überhaupt benötigen. Wenn Ihre Autoversicherung bereits Schutzbriefleistungen abdeckt, brauchen Sie diesen Versicherungsschutz kein zweites Mal über die Kreditkarte. Aber vielleicht ist es auch billiger, den Schutzbrief aus der Autoversicherung auszuschließen und die bessere Kreditkarte zu nehmen. Bonus oder Cashback beim Shoppen und Zutritt zu besonderen Lounges auf dem Flughafen kann sich lohnen, wenn das zu Ihrem Konsum- und Reiseverhalten passt. Und ob Sie für ein spezielles Motiv wie etwa ihren Mercedes auf der Karte einen Aufpreis zahlen möchten, ist Ihrem Geschmack und Geldbeutel überlassen. Und vielleicht auch ein bisschen Ihrer Eitelkeit.

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