Kreditkarte mit Dispo

Verfügungsrahmen clever nutzen

Eine Kreditkarte mit Dispo? Nun, eigentlich nennt man es bei der Kreditkarte einen Verfügungsrahmen. Aber der funktioniert schon so ähnlich wie der Dispositionskredit auf dem Girokonto. Der wesentliche Unterschied ist, dass der Verfügungsrahmen oder Kreditrahmen bei einer echten Kreditkarte bis zum Abrechnungsstichtag genutzt werden kann, ohne dass dafür Sollzinsen anfallen. Wer also geschickt mit der Kreditkarte bezahlt, kann sein Gehaltskonto im Plus halten und damit hohe Zinszahlungen vermeiden.

Dispo-Zinsen bleiben auf hohem Niveau

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Trotz der lange anhaltenden Niedrigzins-Phase bleiben Zinsen für die geduldete Überziehung des Girokontos nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau. Zweistellige Prozentsätze sind bei den großen Filialbanken die Regel, und auch bei den ansonsten günstigen Direktbanken sind Dispozinsen vielfach höher als zum Beispiel die Kosten eines Ratenkredits. Das hat einerseits mit dem Ausfallrisiko zu tun, denn ein einmal eingeräumter Dispositionsrahmen wird nicht so sorgfältig überprüft wie ein Antrag auf einen neuen Ratenkredit. Andererseits geht es den Banken auch darum, unter steigendem Kostendruck und sinkenden Margen an möglichst vielen Gebührenschrauben zu drehen, um ihre Einnahmen stabil zu halten. Noch teurer wird es übrigens, wenn auch der Disporahmen überzogen ist.

Angesichts niedriger Sparzinsen ist die beste Geldanlage, Schulden zurückzuzahlen und damit Sollzinsen zu vermeiden. Besser noch: Machen Sie erst gar keine Schulden. Das ist aber leichter gesagt als getan, wenn vor der nächsten Gehaltszahlung ungeplante Ausgaben anfallen, etwa ein neuer Kühlschrank beschafft werden muss oder das Auto, das für den Weg zur Arbeit zwingend benötigt wird, einen Defekt hat. In solchen und ähnlichen Fällen hilft die Zahlung per Kreditkarte mit, den Dispo-Kredit gar nicht erst zu belasten.

Unterschiedliche Abrechnungsformen beachten

Je nachdem, welche Karte Sie im Elektromarkt oder in der Autowerkstatt zücken, hat das ganz andere Wirkungen auf die Belastung Ihrer Konten: Angenommen, Sie zahlen den neuen Kühlschrank mit der Girocard, der früheren EC-Karte, oder mit V PAY, und das bringt Ihr Konto mit 400 EUR ins Minus. Warten Sie auf den Gehaltseingang jetzt noch drei Wochen und haben einen Dispo-Zins von 10 % vereinbart, kostet Sie die Überziehung rund 2,33 EUR an Zinsen. Zahlen Sie dagegen mit der Kreditkarte, ist der Kredit innerhalb des Verfügungsrahmens völlig kostenlos.

Das gilt natürlich nur, wenn Sie eine echte Kreditkarte mit monatlichem Abrechnungszyklus haben. Dieser Kartentyp wird auch als Charge Kreditkarte bezeichnet. Eine Debit Karte nutzt Ihnen dagegen nichts, denn der Kartenumsatz wird direkt auf Ihr Girokonto durchgereicht. Die dritte Abrechnungsform ist die Revolving Kreditkarte. Sie wirkt ähnlich wie ein Ratenkredit, denn nur ein Teil des Kartensaldos wird monatlich belastet. Hier ist etwas Vorsicht geboten. Denn erstens zahlen Sie für den nicht ausgeglichenen Betrag natürlich auch Zinsen, die durchaus ähnlich hoch sein können wie beim Dispo. Und zweitens besteht die Gefahr, dass sich die Schulden auf der Kreditkarte mit dem Dispo zu Beträgen addieren, die Sie nicht mehr aus laufendem Einkommen zurückzahlen können. Der Weg in die Schuldenfalle und schlimmstenfalls in die Privatinsolvenz ist dann vorgezeichnet.

Der Vollständigkeit halber seien noch Prepaid Karten erwähnt, also Kreditkarten, die ausschließlich im Guthaben geführt werden. Es versteht sich von selbst, dass die Inanspruchnahme eines Dispokredits völlig sinnlos ist, wenn auf der Karte noch ein Guthaben vorhanden ist. Im einen Fall zahlen Sie 10 % Sollzinsen, im anderen Fall bekommen Sie mit Glück 0,4 % Habenzinsen. Das kann sich nicht rechnen.

Kostengünstige Kreditkarte finden

Um Ihren Dispo per Kreditkartenzahlung zu entlasten, brauchen Sie also eine echte Charge Karte mit einem attraktiven Verfügungsrahmen und möglichst geringen Gebühren. Fragen Sie bei Ihrer Hausbank nach einem Konto mit kostenloser Kreditkarte. Da Ihre Hausbank Ihr regelmäßiges Einkommen kennt, werden Sie dort vermutlich auch den größten Kreditrahmen erhalten. Wenn Sie sich für ein separates kostenloses Girokonto mit kostenloser Kreditkarte bei einer Direktbank entscheiden, wird der Rahmen erheblich kleiner ausfallen, zumindest so lange, bis Sie Ihren Gehaltseingang auf das neue Konto umleiten.

Zwei wichtige Ratschläge sollten Sie bei der Nutzung Ihrer neuen Kreditkarte beherzigen: Erstens, erliegen Sie nicht der Versuchung, Ihre Kreditkarte mit dem Dispo zu kombinieren, um Ihre Konsumausgaben zu decken. Sorgen Sie dafür, dass auf dem Girokonto genug Deckung ist, um zum Abrechnungsstichtag den Kartensaldo auszugleichen, und zwar ohne ins Minus zu geraten. Nur so funktioniert die Entlastung des Kontos. Und zweitens, verwenden Sie die Kreditkarte nicht anstelle der Girocard oder V PAY Karte, um Bargeld am Automaten abzuheben, jedenfalls nicht vor einem genauen Blick in die Konditionen Ihrer Karte. Nur wenige Kreditkarten erlauben kostenfreie Barverfügungen an Automaten im Inland. Wenn es gebührenfrei Bargeld gibt, dann meist nur im Ausland oder bei Karten von Direktbanken ohne eigenes Filial- und Automatennetz. Das Abheben von Bargeld mit einer Kreditkarte ist enorm teuer. Die Mindestgebühren liegen in der Regel schon jenseits von fünf Euro, und bei hohen Abhebungen wird prozentual noch mehr berechnet. Auf diese Weise wären die ersparten Dispo-Zinsen schon nach nur einer Automatennutzung mehr als aufgezehrt.

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