Prepaid-Kreditkarten: Aufladen, Nutzen und Kosten kontrollieren
Bei einer Prepaid-Kreditkarte zahlen Sie mit vorher aufgeladenem Guthaben; einen gewöhnlichen Kreditrahmen gibt es nicht. Das begrenzt die Ausgaben, setzt aber voraus, dass vor der Zahlung genug Geld auf der Karte ist und der Anbieter sie akzeptiert. Prüfen Sie daher die Auflademöglichkeiten und Gebühren und klären Sie besonders bei Hotel- oder Mietwagenkautionen vorab die Akzeptanz.
So laden Sie die Karte auf
Der Anbieter legt fest, wie Sie Geld auf die Karte übertragen können. Möglich sind zum Beispiel Überweisungen oder ein Dauerauftrag. Übernehmen Sie die Kontodaten und die Kennung aus den Unterlagen zu Ihrer eigenen Karte. Verwenden Sie auch den dort angegebenen Verwendungszweck. Bei manchen Karten sorgt eine persönliche Kartenkennung dafür, dass der Anbieter die Überweisung Ihrem Guthaben zuordnet.
Planen Sie bei einer Überweisung Zeit ein. Wie lange eine Überweisung braucht, hängt vom Anbieter ab. Prüfen Sie vor einer wichtigen Zahlung in der App oder im Online-Banking, ob das Geld tatsächlich als verfügbares Guthaben angezeigt wird. Der Zahlungseingang kann schon angezeigt werden, bevor Sie über das Geld verfügen können.
Gehen Sie beim Aufladen so vor:
- Prüfen Sie den Aufladeweg, die Zahlungsdaten und mögliche Gebühren beim Anbieter.
- Berechnen Sie den benötigten Betrag. Planen Sie nur für absehbare Ausgaben einen zusätzlichen Puffer ein.
- Beachten Sie das Aufladelimit. Warten Sie bei dringenden Zahlungen, bis der Anbieter die Gutschrift bestätigt hat.
- Kontrollieren Sie nach der Zahlung den Kontostand und die gebuchten Umsätze.
Ein Dauerauftrag spart wiederholte Überweisungen, passt aber nicht zu jedem Budget. Wenn Sie die Ausgaben bewusst begrenzen möchten, richten Sie ihn nur in einer Höhe ein, die zu Ihren regelmäßigen Zahlungen passt.
Wo Prepaid-Karten akzeptiert werden
Prepaid-Karten eignen sich für viele alltägliche Kartenzahlungen, Online-Einkäufe und Bargeldabhebungen, sofern der Händler die Karte und die jeweilige Zahlungsart akzeptiert. Das Kartenlogo allein sagt nicht aus, ob der Händler die Karte annimmt. Prüfen Sie außerdem, ob der Anbieter bestimmte Zahlungen oder Abhebungen begrenzt.
Bei einer Kaution zählt nicht nur das vorhandene Guthaben. Hotels und Mietwagenanbieter können bestimmte Kartentypen verlangen. Für eine Mietwagenbuchung wird häufig eine echte Kreditkarte benötigt; Debit- und Prepaid-Karten werden nicht überall angenommen. Die Verbraucherzentrale nennt je nach Vermieter Kautionen von 250 bis 3.000 Euro. Auch wenn das Guthaben den Betrag abdeckt, kann der jeweilige Anbieter die Karte ablehnen. Fragen Sie den Anbieter vor der Buchung nach den geltenden Bedingungen und nehmen Sie bei Bedarf eine geeignete Ersatzkarte mit.
Auch bei Online-Buchungen lohnt sich ein Blick auf die Zahlungsbedingungen. Eine Zahlung kann abgelehnt werden, wenn das verfügbare Guthaben nicht reicht oder der Händler eine bestimmte Kartenart voraussetzt.
Gebühren vollständig vergleichen
Eine niedrige oder entfallende Jahresgebühr sagt wenig über die Gesamtkosten aus. Prüfen Sie das aktuelle Preisverzeichnis des Anbieters, bevor Sie die Karte beantragen. Achten Sie besonders auf die Jahres- oder Monatsgebühr. Dazu kommen Gebühren fürs Aufladen, für Bargeldabhebungen und für Zahlungen in Fremdwährungen. Auch Ersatzkarten und Inaktivität können Geld kosten. Für die Rücküberweisung des Restguthabens können ebenfalls Gebühren anfallen. Am Geldautomaten kann zusätzlich der Betreiber ein eigenes Entgelt verlangen.
Ein konkretes Anbieterbeispiel zeigt, wie Mindestgebühren wirken: Für die Prepaid-Karte der Commerzbank nennt die Produktseite eine Abhebegebühr von 1,95 Prozent, mindestens jedoch 5,98 Euro. Bei einer Abhebung von 100 Euro zahlen Sie daher die Mindestgebühr von 5,98 Euro. Für dieses Produkt nennt die Seite außerdem einen Jahrespreis von 39,90 Euro und ein Auslandseinsatzentgelt von 1,75 Prozent außerhalb des Euroraums. Diese Angaben gelten für das genannte Angebot und können sich ändern; sie sind kein Marktmittelwert. Vergleichen Sie deshalb immer die aktuellen Vertragsbedingungen.
Lesen Sie auch Einschränkungen und Fußnoten zu Werbeaussagen wie „kostenlos“. Eine Karte ohne Jahresgebühr kann bei Abhebungen oder Fremdwährungszahlungen trotzdem Kosten verursachen.
Guthaben und Ausgaben im Blick behalten
Das verfügbare Guthaben begrenzt Kartenzahlungen. Es ist aber kein vollständiger Schutz vor unerwarteten Kosten: Gebühren werden ebenfalls fällig, und vorgemerkte, noch nicht abgerechnete Umsätze können den verfügbaren Betrag senken. Eine Vormerkung entsteht zum Beispiel, wenn ein Händler einen Betrag zunächst reserviert. Prüfen Sie daher den Kontostand sowie offene oder vorgemerkte Zahlungen.
Laden Sie für den Alltag nur so viel auf, wie Sie voraussichtlich benötigen. Bei einer geplanten Reise mit möglichen Kautionen sollten Sie zuerst klären, ob die Karte akzeptiert wird. Ein höheres Guthaben löst ein Problem mit den Kartenregeln des Hotels oder Vermieters nicht.
Karte sperren und Guthaben prüfen
Sperren Sie die Karte sofort, wenn sie verloren geht oder gestohlen wird. Sorgen Sie dafür, dass Sie die Karte auch ohne sie selbst sperren können, und prüfen Sie die Umsätze regelmäßig. Melden Sie unbekannte Zahlungen umgehend beim Herausgeber. Haftung und Erstattung richten sich nach den Vertragsbedingungen und den Umständen des Falls; die Regeln eines Anbieters gelten nicht automatisch für andere Karten.
Prüfen Sie auch, wer die Karte herausgibt und wie das Guthaben geschützt wird. Die gesetzliche Einlagensicherung schützt Bankeinlagen. Sie gilt nicht automatisch auch für Guthaben auf Zahlungs- oder E-Geld-Karten. Welche Regelung für eine konkrete Karte gilt, hängt vom Produkt und Herausgeber ab. Die Produktunterlagen geben dazu Auskunft.